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Erfüllte Träume
Written by: Unknown Author
>Komm mit ,rein!« sagte sie. >Wir trinken noch was. Wenn du willst, kannst du auch über Nacht hierbleiben. -Kommst du?«
>Ja«, sagte ich. >Natürlich. Es ist ja noch früh.«
Wir waren im Theater gewesen, hatten reichlich und gut gegessen, und nun wollte meine Schwägerin ganz einfach noch nicht wieder allein sein. Sie hatte alles, was sich eine Frau von dreiundzwanzig Jahren erträumte, ein riesiges Haus, Geld, einen eigenen Wagen - nur keine Gesellschaft. Und die konnte ihr auch mein Bruder nicht bieten. Zwar behauptete er immer, Erika hätte ihren eigenen Freundeskreis, doch ganz so toll schien es damit doch nicht zu sein.
Als wir den Wagen verließen, hakte sie sich unter und schmiegte sich an mich. Mit meinen neunzehn Jahren war ich fast einen Kopf größer als sie. Das wirkte sich überaus wohltuend auf mein Selbstbewußtsein aus. Ansonsten kam ich mir in ihrer Nähe immer wie ein dummer, kleiner Junge vor.
>Eigentlich bist du ja ein ganz netter Kerl, Wolfi«, sagte Erika amüsiert. >Ich frage mich nur, warum du so verdammt schüchtern bist. Du hast mich noch nicht einmal geküßt, obwohl das sonst unter Schwägern absolut üblich ist. Ganz abgesehen davon, daß du jede Gelegenheit nutzt, um mir auszuweichen. Dabei bin ich doch ganz bestimmt nicht häßlich, oder?«
Mein Herz machte einen Satz, blieb stehen und schlug heftig weiter. >Nein«, stammelte ich. >Natürlich nicht. Du gefällst mir sehr gut...«
>Und warum bist du dann so verdammt schüchtern?«
Wir hatten fast das Haus erreicht. Zum Glück war es dunkel, so daß Erika nicht die Röte sehen konnte, die mir ins Gesicht schoß. So deutlich hatte sie noch nie mit mir gesprochen, und am liebsten wäre ich auf der Stelle in den Boden versunken. Ausgerechnet meine Schwägerin, die ich schon immer verehrt und angebetet hatte, fragte mich so etwas. Aber ich konnte ihr ja schlecht sagen, daß meine Schüchternheit nichts anderes als die Reaktion auf meine geheimen Wünsche war. Seitdem ich wußte, daß Alfred keine Gelegenheit verstreichen ließ, um seine junge Frau zu betrügen, war mein eigenes Verlangen fast unerträglich ½â_ geworden.
Selbst durch die Dunkelheit sah ich, wie mich Erika musterte. Urplötzlich war sie stehengeblieben und drängte sich an mich.
Ich mußte etwas sagen.>Aber.. .« stammelte ich. >Wieso denn? Ich bin doch nicht schüchtern...« Sie warf ihre Haare in den Nacken. >Wirklich?« lästerte sie. >Warum küßt ,du mich dann nicht?« >Du bist die Frau meines Bruders...«
>Und?« kam es trotzig. >Alfred ist weit. Wir sind beide vollkommen allein.«
Was war nur mit ihr los? Sie stand so nahe vor mir, daß ich ihr Parfüm riechen konnte. Schemenhaft sah ich ihre schlanke Gestalt in dem langen Abendkleid und spürte etwas in mir erwachen. >Trotzdem«, sagte ich lahm. >So etwas tut man nicht. Wenn es Alfred erfährt, schlägt er mir die Zähne ein.«
>Der,, ganz bestimmt nicht!« kicherte sie. >Er wird höchstens fragen, ob das schon alles war, und sich von mir einen blasen lassen.«
Erschrocken hielt sie die Hand vor den Mund und Sekunden lang hatte ich den Eindruck, als würde auch sie rot anlaufen. Dann griff sie impulsiv nach meiner Hand und preßte sie auf ihre Brust.
>Entschuldige«, murmelte sie. >So deutlich wollte ich nicht werden, aber es stimmt. In mancher Hinsicht ist dein Bruder ein Schwein. Aber du kennst ihn ja. Andererseits kann man ihm auch nicht widerstehen.«
>Ich...« stammelte ich...........(cont)
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